Paris Jackson Fordert Millionen Aus Dem Erbe Ihres Vaters

Streit Um Das Erbe Des King Of Pop
Paris Jackson, die 28-jährige Tochter des verstorbenen Musikers Michael Jackson, hat einen rechtlichen Schritt eingeleitet, um den Zugriff auf das Vermögen ihres Vaters zu regeln. In einem Antrag bei einem Gericht in Los Angeles fordert sie, dass 600 Millionen US-Dollar aus dem Nachlass in einen speziellen Familientreuhandfonds übertragen werden. Diese Summe, die etwa 535 Millionen Euro entspricht, soll der finanziellen Absicherung von Paris sowie ihren beiden Brüdern, dem 29-jährigen Prince und dem 24-jährigen Bigi, dienen. Der Antrag wurde bereits am 29. Oktober eingereicht, um die finanzielle Situation der Erben zu klären.
Der Kern des Konflikts liegt in der Verwaltung des Vermögens, die derzeit von John Branca geleitet wird. Branca fungiert als Testamentsvollstrecker, nachdem sein Mitvollstrecker im Mai verstorben ist. Paris Jackson und ihre Anwälte werfen dem Verwalter vor, die Geschwister mit einer zu strengen Hand zu kontrollieren. Es wird behauptet, dass Branca eigenmächtig darüber entscheide, wann und in welcher Höhe die Kinder finanzielle Mittel aus dem Erbe erhalten dürfen. Die Anwälte argumentieren, dass der Treuhandfonds, der die Kinder versorgen soll, mehr als 17 Jahre nach dem Tod des Künstlers im Jahr 2009 immer noch nicht ausreichend mit Kapital ausgestattet sei, obwohl der Nachlass seit Jahren kontinuierlich hohe Einnahmen generiert.
Finanzielle Diskrepanzen Und Vorwürfe
Ein zentraler Punkt der Argumentation von Paris Jackson ist die hohe Liquidität des Nachlasses. In den Gerichtspapieren wird darauf hingewiesen, dass durch lukrative Geschäfte mit Musikrechten und den Verkauf von Vermögenswerten erhebliche Einnahmen erzielt wurden. Als konkretes Beispiel wird der Verkauf des Anteils am Musikverlag EMI angeführt, der rund 287,5 Millionen Dollar einbrachte. Zudem generieren Musicals und andere Rechte-Deals kontinuierlich hohe Summen, wodurch Michael Jackson regelmäßig zu den bestverdienenden verstorbenen Künstlern weltweit zählt. Diese Transaktionen hätten dem Nachlass die notwendige Liquidität verschafft, um den Trust zu finanzieren.
Paris Jackson behauptet, dass laut den ursprünglichen Wünschen ihres Vaters die Kinder bereits ab ihrem 21. Geburtstag Erträge aus ihrem Anteil hätten erhalten sollen. Ab dem 30. Lebensjahr sollte zudem der Zugriff auf Teile des Kapitals selbst möglich sein. Die Tochter des Popstars betont, dass diese Zeitpunkte bereits verstrichen seien, der Trust jedoch bis heute nicht finanziert wurde. Zudem wird dem Verwalter vorgeworfen, seine Machtposition zu nutzen, um die Geschwister mit geringeren Beträgen zu bedenken und sie so daran zu hindern, die Amtsführung kritisch zu prüfen. In den Unterlagen wird explizit kritisiert, dass dem Gericht nie ein konkreter Plan zur Finanzierung des Michael Jackson Family Trust vorgelegt wurde, was sich nun ändern müsse.
Die Nachlassverwaltung weist diese Vorwürfe entschieden zurück. In einer Stellungnahme wurde erklärt, dass keine Zahlungen zurückgehalten würden, sondern dass die Regelungen so gestaltet seien, dass die Kinder erst in ihren Dreißigern Ausschüttungen erhalten. Die Verwaltung verweist zudem auf noch offene Rechtsstreitigkeiten, die die Verteilung der Mittel beeinflussen könnten. Damit widerspricht die Verwaltung der Darstellung von Paris Jackson und betont die Einhaltung der bestehenden Vorgaben.
Der Streit spiegelt die unterschiedlichen Lebenswege der drei Kinder wider. Während Prince Jackson das Erbe seines Vaters oft bei öffentlichen Veranstaltungen und Premieren vertritt, wie etwa bei der Premiere des Biopics über seinen Vater in Berlin, ist Paris Jackson als Sängerin tätig und thematisiert öffentlich ihre persönlichen Herausforderungen sowie Suchtprobleme in der Vergangenheit. Der jüngste Sohn, Bigi, früher bekannt unter dem Spitznamen Blanket, meidet das Rampenlicht weitgehend und tritt nur sporadisch in der Öffentlichkeit auf. Trotz dieser Unterschiede eint die Geschwister derzeit das Ziel, eine klare und faire Regelung über ihr Erbe zu erwirken.
Die rechtliche Auseinandersetzung über den Umfang und den Zeitpunkt des Zugriffs auf das Millionenvermögen dauert an. Ein wichtiger Termin steht bereits fest: Für den 4. Dezember ist eine Anhörung angesetzt, bei der das Gericht über die Forderungen von Paris Jackson und die Argumente der Nachlassverwaltung entscheiden wird. Es bleibt abzuwarten, ob die Übertragung der geforderten 600 Millionen Dollar in den Treuhandfonds gerichtlich angeordnet wird, um die finanzielle Zukunft der drei Kinder endgültig zu sichern und die Kontrolle des Testamentsvollstreckers zu begrenzen.