Paris Jackson Klagt Auf Auszahlung Von Erbe Des Vaters

Streit Um Das Erbe Des King Of Pop
Mehr als siebzehn Jahre nach dem Tod von Michael Jackson ist es zu einem heftigen rechtlichen Konflikt zwischen seiner Tochter Paris Jackson und der Nachlassverwaltung gekommen. Die 28-jährige Sängerin hat beim Superior Court in Los Angeles einen Antrag eingereicht, in dem sie eine vorläufige Ausschüttung von 600 Millionen US-Dollar, was etwa 536 Millionen Euro entspricht, fordert. Dieses Geld soll in einen Treuhandfonds fließen, der für sie und ihre Brüder Prince (29) und Bigi (24) bestimmt ist. Paris Jackson wirft dem alleinigen Nachlassverwalter John Branca vor, den Familientreuhandfonds trotz der enormen Einnahmen des Nachlasses bislang nicht finanziert zu haben.
Laut den Gerichtsunterlagen habe das Vermögen seit dem Tod des Musikstars Milliarden von Dollar erwirtschaftet. Bis Ende 2024 seien die Bruttoeinnahmen auf über zwei Milliarden Euro gestiegen, wobei die liquiden Mittel rund 760 Millionen Euro betrugen. Die Klägerin argumentiert, dass ausreichend Kapital vorhanden sei, um sowohl die Verpflichtungen des Nachlasses zu decken als auch den Fonds zu befüllen. Der Gesamtwert des Nachlasses wird insgesamt auf etwa 1,8 bis 2,7 Milliarden Euro geschätzt.
Vorwürfe Gegen Den Nachlassverwalter
Im Zentrum der Klage steht die Art und Weise, wie John Branca die Finanzen verwaltet. Paris Jackson behauptet, dass Branca eine „eiserne Kontrolle“ über die Geschwister ausübe, indem er eigenmächtig entscheide, wann und in welcher Höhe Gelder ausgezahlt werden. Laut dem Testament von Michael Jackson sollten die Kinder bereits ab ihrem 21. Geburtstag Einkünfte aus ihren jeweiligen Treuhandanteilen beziehen. Paris Jackson gibt an, dass dies nie in der vorgesehenen Form geschah, sondern lediglich kleinere, von Branca festgelegte Beträge flossen. Sie wirft ihm vor, diese finanzielle Abhängigkeit gezielt zu nutzen, um die Geschwister davon abzuhalten, seine Verwaltung des Nachlasses zu hinterfragen.
Zudem behauptet die 28-Jährige, dass Branca mit einer aggressiven Prozessführung, öffentlichen Angriffen und millionenschweren Kürzungen der Zahlungen reagiert habe, als sie im vergangenen Jahr begann, die Administration gerichtlich anzufechten. In diesem Zusammenhang kritisierte sie auch sogenannte „nicht-vertragliche Geschenke“ an Kollegen. Sie fordert nun, dass das Gericht Branca anweist, die geforderte Summe oder einen angemessenen Betrag an den Familientreuhandfonds zu übertragen, und verlangt zudem die Erstattung ihrer Anwaltskosten. Die Klägerin sieht in diesem Schritt die einzige Möglichkeit, die beabsichtigte Regelung ihres Vaters durchzusetzen.
Die Position Der Nachlassverwaltung
Die Nachlassverwaltung weist die Vorwürfe entschieden zurück. Ein Sprecher erklärte, dass die Behauptung, Zahlungen seien absichtlich zurückgehalten oder gekürzt worden, eine „vollständige Erfindung“ sei. Es wurde betont, dass bereits mehr als 200 Millionen US-Dollar an Paris Jackson und weitere Begünstigte ausgezahlt oder zu deren Gunsten verwendet wurden. Zudem wird auf eine andere testamentarische Regelung verwiesen, wonach Kinder erst in ihren Dreißigern größere Ausschüttungen aus dem eigentlichen Vermögen erhalten sollten. Konkret sah die Planung vor, dass die Kinder mit 30 Jahren ein Drittel des Kapitals, mit 35 Jahren die Hälfte des Rests und mit 40 Jahren den verbleibenden Betrag erhalten sollten.
Ein wesentlicher Grund für die verzögerte vollständige Finanzierung der Treuhandfonds seien laut der Verwaltung rechtliche Hürden. Insbesondere ein langwieriger Rechtsstreit mit der US-Steuerbehörde IRS, die ursprünglich Steuern und Strafzahlungen in Höhe von 700 Millionen Dollar forderte, müsse erst endgültig geklärt werden. Zwar konnte dieser Betrag durch eine gerichtliche Entscheidung bereits erheblich reduziert werden, doch die Angelegenheit sei noch nicht abgeschlossen und könnte sich noch ändern.
Ein Sprecher von Paris Jackson bezeichnet diese Argumente der Nachlassverwaltung als bloße Ablenkung. Er betonte, dass Branca bereits seit langem in der Lage und verpflichtet gewesen wäre, den Treuhandfonds teilweise auszustatten, und Paris aufgrund des jahrelangen Aufschubs keine andere Wahl als den Gang vor Gericht geblieben sei. John Branca, der bereits 1980 erstmals von Michael Jackson engagiert wurde, verließ das Team 2006 wegen finanzieller Differenzen, kehrte jedoch 2009 nur acht Tage vor dem Tod des Sängers zurück. Er verwaltet heute das umfangreiche Musik- und Markenvermögen. Ein Gerichtstermin zur Klärung der Angelegenheit ist für den 4. Dezember geplant.